Doktorat


Im Juni 2016 begann ich an der Abteilung Personal des Insituts für Organisation und Personal der Universität Bern meine Promotionszeit. Geplant sind drei verschiedene Forschungsarbeiten im Forschungsschwerpunkt Neurosensitivität im Unternehmenskontext.

An dieser Stelle geht mein herzlicher Dank an den Informations- und Forschungsverbund Hochsensibilität e.V., dessen Doktorandenservice mich während meiner Promotionszeit unterstützt.

Gerne nehmen ich allfällige Ideen oder sonstige Anregungen hinsichlich meines Promotionsvorhabens über das Kontaktformular entgegen.

 

 

Am 1. Kongress für Hochsensibilität in Deutschland vom 30. Juni und 1. Juli 2017 werde ich meine aktuellsten Forschungsergebnisse mit folgendem Vortrag präsentieren:

Neurosensitivitätsmanagement: Eine interdisziplinäre Einführung

 

Erwachsene (Sensory Processing Sensitivity; Aron & Aron, 1997), Kinder (Differential Susceptibility; Belsky & Pluess, 2009; Biological Sensitivity to Context; Boyce & Ellis, 2005) und Tiere (z.B. Plasticity; Stamps, 2015; Responsiveness; Wolf, van Doorn & Weissing, 2008) unterscheiden sich in ihrer Sensitivität gegenüber Umwelteinwirkungen (Pluess, 2015). Diese interdisziplinären Forschungsergebnisse verweisen darauf, dass ein fundamentaler, speziesübergreifender Wesenszug existiert, welcher auf der Sensitivität des Nervensystems beruht und somit anlehnend an Pluess (2015) Neurosensitivität genannt werden kann. Jedoch hat die Managementforschung diese neuesten, weitreichenden Forschungsergebnisse noch nicht genügend erkannt. Daher ist das Ziel dieses Vortrages, Neurosensitivität mit wichtigen Theorien und Konzepten der Managementforschung zu verbinden.

Innerhalb der ressourcenbasierten Sicht auf Unternehmen, welche eine der wichtigsten Strömungen der Managementforschung darstellt, wird seit einigen Jahren zunehmend die Wichtigkeit von sogenannten «Microfoundations» betont (vgl. z.B. Barney & Felin, 2013). Dabei wird argumentiert, dass die Managementforschung nicht auf einer organisationalen Sicht (Macro) verharren sollte, sondern vermehrt auch individuelle Faktoren (Micro) einbeziehen sollte, indem sogenannte Micro-Macro-Zusammenhänge erforscht werden. An diesem Punkt setzt der Vortrag an, indem mittels interdisziplinär hergeleiteten Propositionen grundlegende, auf Neurosensitivität beruhende Micro-Macro-Zusammenhänge aufgezeigt werden. Abschließend werden theoretische und praktische Implikationen der präsentierten Propositionen diskutiert.